WJR

Temporäre Möblierung im öffentlichen Raum

Auftraggeber
Hochschule für Technik Stuttgart, HFT.Lab
Gefördert von
RegioWIN 2030, Land Baden-Württemberg
Kofinanziert von
Europäische Union
Nutzung
Aufenthalt, Ausstellung
Ort
Stuttgart
Lehrformat
Wood Joints Reloaded - WS24
Lehrbeauftragte
Sascha Bauer, Daniel Pauli
HFT.Lab
Andrea Buch
Studierende
Lukas Nemesch, Eric Stoye, Tom Weber, Jana Hopfenzitz, Ines Förnbacher, Johanna Hermann, Nicole Moser, Bernhard Neuwirth, Jan Richter, Maximilien Stein, Jakob Wetzel, Halit Yalcin

Der Pavillon ist mehr als ein Ausstellungsstück – er ist ein gebautes Argument dafür, wie kleine Interventionen den öffentlichen Raum bereichern können. Im öffentlich zugänglichen Innenhof der Hochschule für Technik zeigt er, was solche Strukturen an Straßen, Plätzen und in Höfen leisten: Sie schaffen Aufenthalt, laden zum Verweilen ein und machen räumliche Qualitäten unmittelbar erfahrbar. So wird ein Durchgangsort zu einem Treffpunkt.

Im Zentrum steht der Umgang mit dem Bestand. Öffentliche Räume sind selten leer – sie sind geprägt von gewachsenen Strukturen, Wegen und Nutzungen. Statt diese zu ersetzen, knüpfen wir an sie an und ergänzen sie behutsam. Traditionelle Holzverbindungen spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie verbinden ohne Stahl, lassen sich zerstörungsfrei demontieren und an anderer Stelle wieder aufbauen. Eine Intervention kann so reversibel bleiben, mit dem Ort wachsen oder weiterwandern, ohne dauerhafte Spuren zu hinterlassen.

 

Gerade in Straßenräumen entfaltet dieser Ansatz seine Stärke. Modulare, robuste Elemente lassen sich maßstabsübergreifend denken – vom einzelnen Sitzmöbel bis zur raumbildenden Struktur. Sie spenden Schatten, bieten Sitzgelegenheiten und gliedern den Raum, ohne ihn zu verstellen. Schritt für Schritt entstehen so aneigenbare Orte, die unterschiedliche Nutzer:innen ansprechen und den Straßenraum lebendiger machen.

Der Pavillon verbindet handwerkliches Wissen mit moderner Fertigung und setzt dabei auf nachwachsende, CO2-speichernde
Rohstoffe. Er ist ein Realexperiment: Er erprobt im Maßstab eins zu eins, wie sich öffentliche Räume mit kleinen, reversiblen und hochwertigen Eingriffen weiterentwickeln lassen – ressourcenschonend, ortsspezifisch und gemeinsam mit den Menschen vor Ort.